PRESSESTIMMEN


BOCCACCIO
von Franz v. Suppé

Isabella Gregor gelingt ein von goldenen Kinozeiten inspirierter „Boccaccio“.
Wie man ein frühes Juwel des Genres wie „Boccaccio“ szenisch und sprachlich behutsam modernisieren kann, zeigt Regisseurin Isabella Gregor. Sie belässt die Handlung im optisch herbeizitierten Florenz, holt die Jugend aber flugs in die Mitte des 20. Jahr-hunderts, ins Ambiente klassischer Filmkomödien Hollywoods oder der Cinecittà – und spielt auf die erotischen Ausschweifungen des „Decamerone“ mit recht konkretem Augenzwinkern an.
(Walter Weidringer: „Boccaccio“ mit Petticoats und Elvis-Tollen, Die Presse, 13.10.2016)

Spritzige Inszenierung:
… mit „Boccaccio“ von Franz von Suppé ein einzigartiges Operettenerlebnis.
Gregor schafft es auf großartige und humorvolle Weise, die charaktervollen Figuren auszuloten und bietet wunderbare Situationskomik. Insgesamt ein Operettenspaß in einem außergewöhnlich farbig angelegten Bühnen-bild, der anzustecken vermag, und die Höhen und Tiefen der bürgerlichen Gesellschaft lebensnah beleuchtet.
(Leopold Kogler, 10.10.2016, NÖN)

Ybbsfeldhalle: Blindenmarkt eröffnete mit umjubeltem „Boccaccio“ die Herbsttage
… unter großer Teilnahme von Prominenz in der ausgebuchten Ybbsfeldhalle, wo Franz von Suppés „Boccaccio“ lautstarken Premierenjubel erntete.
Die bewährten Regiekünste von Isabella Gregor und ihre originellen Einfälle hielten die Akte unermüdlich in Schwung und das Publikum in ständiger Lachlust. Da gab es nicht — wie gerne bei Operetten — etwa billige, aktuell aufgesetzte Texteinlagen. Dafür aber die Erfindung des Marionettenhundes „Fresco“, der bellend über die Bühne läuft und mit der Einlage „Sie hab‘n a Haus baut“ (Musik von Arik Brauer) den Ermöglichern des fast fünf Millionen Euro teuren Hauses einen Seitenhieb verpasst.
(Georgina Szeless, Volksblatt)


MY FAIR LADY
von F. Loewe

Beim Lehár-Festival in Bad Ischl realisiert man heuer ein klassisches Musical mustergültig.
In Isabella Gregors Regie stimmt das Timing, wird nichts zu lang ausgewalzt und nichts unterspielt. Die Pointen sitzen punktgenau…
(Die Presse, 2015)

Der Erfolg blieb nicht aus, war doch mit Isabella Gregor eine kompetente Regisseurin am Werk, die es verstand, die wunderbare Geschichte der Verwandlung einer Proletarierin in eine Dame der Gesellschaft glaubhaft zu machen. Dies geschieht durch eine präzise Personenführung in den intimen Szenen und überbordende Fantasie in den Massenszenen.
Isabella Gregor löst das finale Bild großartig: Higgins und Eliza treffen einander in der Masse, gehen aufeinander zu, gleichzeitig schließt der Vorhang. Es könnte ein Happy End sein …
(Neues Volksblatt, 13. Juli 2015)    

Gregors intelligente Regie hat Tempo und Witz, ohne die sozialkritischen Aspekte der Klassengesellschaft auszusparen.
(Ischler Woche, 2015)

„… Großer Jubel im vollen Haus!“
(Kurier, 2015)


DER FIDELE BAUER
von Leo Fall

Sensationelle Premiere:
Sternstunde / … eine der exzellentesten Produktionen
Nicht zuletzt durch die feinsinnige und mit Witz und Charme bedachte Regie von Isabella Gregor. Das spannende Stück, das durch präzise Regiearbeit und die gekonnte Personenführung mächtige Wirkung zeigt, darf als veritable Sensation bezeichnet werden. Begeisterungsstürme und stehende Ovationen.
(NÖN, 7.10.2012)

Die präzise Regie von Isabella Gregor ist der Schlüssel zum Erfolg.
(LK, NÖ Nachrichten)

Gregor behält die Menschen im Auge.
(OÖN, Bewertung: 6 von 6 möglichen Sternen!)

Regisseurin Isabella Gregor hat alles mit Sinn für gute Laune, einem Faible für Schwung – aber ohne Blödelei! umgesetzt.  Authentisch ist alles, aber nicht altbacken, ehrlich, und vor allem: ernst genommen.
(Krone, Online)


ORPHEUS IN DER UNTERWELT
von Jacques Offenbach

Isabella Gregors eigene, einlagenreiche Fassung sprüht vor spritzigen Einfällen und szenischen Gags.
(Neues Volksblatt, Georgina Szeless, 12.10.2011)

Besonders reizvoll sind die prächtigen Massenszenarien mit ihrer prägnanten Inszenierung, die zu atemberaubenden Bildern werden.
(NÖN, Dr. Leopold Kogler, 10.10.2011)


DAS FEUERWERK
von Paul Burkhard

„Das Feuerwerk“ ist ein wahres Fest für die Sinne. Die Regie von Isabella Gregor treibt die Zirkusgeschichte leichtfüßig und farbenfroh sowie spektakulär zum finalen Happy End.
(NÖN print, 12.10.2010)

… charmant, witzig und berührend inszeniert worden ist. Fazit: Zum Niederknien schön. Das Beste in 21 Jahren Herbsttage Blindenmarkt.
(NOEG online, 11.10.2010)

Imponierend. Hinfahren, anschauen!
(Online-Merker, 10.10.2010)

eine wirklich glänzende, mit vielen Attraktionen und zum Schluss mit Poesie bestückte Vorstellung.
(OÖN, 2010)


PAGANINI
von Franz Lehár, 2015

Rasant und bunt könnte man sagen, aber schrill und clownesk auch:

… der Schauspieler, der Paganini verkörpert, muss nicht nur gut singen und verführerisch schauspielern können, sondern auch noch die Geige spielen wie der Teufel. Und so darf Taruntsov einmal in rotes Licht getaucht in Geigerpose auf der Bühne stehen, während Konzertmeister Georg Ille im Orchestergraben das teuflische Violinsolo spielt. Die eingefrorene Szene nimmt der Dramatik des Augenblicks nichts von ihrer Intensität, sondern verstärkt sie geradezu. Ein andermal wird die Virtuosität des Titelhelden durch eine Ballettchoreographie mit Paganini-Double zum Ausdruck gebracht – auch hier ein beachtenswerter inszenatorischer Griff.
(Badener Zeitung, N. Kranzl 2015)

Isabella Gregor inszeniert die Lehar-Operette als bittersüßes Drama.
Gregor und dem musikalischen Leiter Oliver Ostermann ist eine flotte, moderne Inszenierung gelungen.
(I.W., Die Presse 2015)

Als erste Premiere des Jahres im Stadttheater der Bühne Baden ist am Samstagabend Franz Lehárs 1925 entstandene Operette „Paganini“ in der sehr lebendigen Inszenierung von Isabella Gregor zur Aufführung gelangt.
Derlei Frischzellenkur ist dem Genre im allgemeinen und dem Werk im Besonderen zuträglich, was nicht zuletzt der Premierenapplaus belegte.
Isabella Gregor versteht es meisterlich, die hanebüchene Handlung derart einfallsreich zu vitalisieren, dass es kaum Durchhänger gibt. Da stürzt gleich zu Beginn der Impresario Bartucci (Reinhold G. Moritz) aus dem Zuschauerraum auf die Bühne, um dort loszuschwadronieren, was das Zeug hält, und die mediterran – pannonische Energie reicht beinahe bis zum Schluss.
(NÖN von APA/red 26.1.2015)


DER VOGELHÄNDLER
von 
Carl Zeller

Regisseurin Isabella Gregor hat die Geschichte rund um den Tiroler Vogelhändler Adam und die rheinpfälzische Christel von der Post für ihre Inszenierung beim Lehár-Festival Bad Ischl szenisch und textlich aufgepeppt.
Bunte Kostüme, ein tanzender gelber Postkasten mit Lederhose, ein pastellfarbenes Kletterwand-Bühnenbild und das Ensemble aus mehrheitlich blutjungen Sängern sorgen für einen vergnüglichen Abend mit intelligenter Unterhaltung.
… Christoph Wagner-Trenkwitz und Gabriele Schuchter als Professoren Süffle und Würmchen … tragen keinen akademischen Talar, sondern Dallas-Outfit und Colts, und ihr Auftrittslied ist noch keine 121 Jahre alt: „Ich bin der Analyst, der alle Daten misst, wann wem das Geld verpufft, dann wird er abgestuft, und ist er nicht liquid, dann kriegt er einen Tritt.“
(Der Standard, 2012)

… erlebte im Kongress- und Theaterhaus Bad Ischl Carl Zellers Operetten-Hit „Der Vogelhändler“
in der Inszenierung von Isabella Gregor eine vielumjubelte Premiere.
… das Konzept perfekt aufgegangen ist und die in Mint leuchtenden stilisierten Berggipfel den Spaßfaktor durchaus erhöhten.
Eine Entdeckung ist Theresa Grabner, die als Brief-Christel restlos begeisterte. Sie verfügt nicht nur über eine flexible, absolut höhensichere und wunderbar timbrierte Stimme, sondern ist auch ein großes schauspielerisches Talent. Eva-Maria Kumpfmüller ist ebenso jung und mit einer schönen Stimme ausgestattet. Rupert Bergmann war in allen Lagen ein idealer Baron Weps, und der junge chinesische Tenor Keija Xiong präsentierte sich als stimmlich und darstellerisch wendiger Neffe Stanislaus. Sebastian Reinthaller gab schauspielerisch einen gestandenen Adam, Gabriele Schuchter war eine hinreißende Baronin Adelaide und begeisterte gemeinsam mit Christoph Wagner-Trenkwitz als gewitztes Professoren- bzw. besser gesagt Analystenduo. Das restliche Ensemble und der gut studierte Chor trugen zu Recht zum großen Erfolg bei.
(OÖN, 2012)

Ein flotter Operettenspaß
Isabella Gregor aktualisiert den „Vogelhändler“ für das Lehár-Festival. Es darf tagespolitisch kalauert werden: Zwei Analysten einer US-Ratingagentur, mit Cowboyhüten und Colts als Westernhelden ausstaffiert, nehmen das Wirtschaftswissen eines Prüflings unter die Lupe. Zu Griechenland wird befragt und zur Finanzspekulation. Am Ende heißt es: „Wos woa mei Leistung?“ Diese halblustige Prüfungs-Szene findet sich in Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“, den Regisseurin Isabella Gregor für das Lehár-Festival umgetextet hat. Ein Fremdkörper in einem ansonsten flott und gelungen inszenierten Operettenspaß. Vor einem requisitenbetonten Bühnenbild … (besonders sinnig: Die Kletterwand im 1. Akt, von der aus die Tiroler ihr „Griaß enk Gott!“ schmettern) agieren mehrheitlich junge Nachwuchssänger mit merklicher Freude am Spiel, wie etwa Temperamentbündel Theresa Grabner als Christel von der Post, der ein lebender Briefkasten mit lederbehostem Unterleib wie aus der post.at-Werbung als Begleiter folgt. In der Titelpartie ein altbewährter Operettenprofi: Tenor Sebastian Reinthaller mit dem Ahnl-Lied als Bravourstück. Überdurchschnittlich das Orchester: Unter Oliver Ostermann läuft es zur Höchstleistung auf.
(Kleine Zeitung, 2012)

… Die beste Blödelei gelingt dem Duo Gabriele Schuchter und Christoph Wagner-Trenkwitz, die sich als Analysten vorstellen: der eine arm, also „poor“, der andere normal, also „standard“; so werden sie zu „standard and poor“. Dann wird mit a und e gespielt, daraus wird „Triple e“, von Musikern pointiert in Töne übersetzt.
(Salzburger Nachrichten, 2012)


IM WEISSEN RÖSSL
von Ralph Benatzky

Isabella Gregor hat die Sache sehr gut gemacht, mit viel Elan und Schwung, Gespür für Pointen und Absurditäten. Leicht gemacht haben es ihr das exzellente Orchester unter Kurt Dlouhy und ein erfreulich dynamisches Ensemble… Premierenpublikum war hingerissen.
Fazit: In Blindenmarkt „steht das Glück vor der Tür“ und auf der Bühne der Herbsttage.
(NÖN, Thomas Jorda, 6.10.2014)

….Regisseurin Isabella Gregor hat unter Einbeziehung einer optimalen Raumgestaltung (Roland Ploner) ein abwechslungsreiches und flottes Geschehen auf die Bühne gezaubert
Clemens Kerschbaumer als Dr. Siedler überzeugt mit schön schöner, angenehm geführter Stimme. … Der ausgezeichnete musikalische Leiter hieß einmal mehr Kurt Dlouhy. In diesem Sinne ist Blindenmarkt auch heuer wieder eine sichere Operettenadresse.
(Neues Volksblatt, Georgina Szeless 6.10.2014)

„Zuschaun tuat ma gern“. Großartige 25-Jahr-Jubiläums-Produktion: Das „weiß Rössl“ galoppiert witzig und akrobatisch über die Operettenbühne und erobert die Herzen des Publikums im Sturm.Standing ovations!
(NÖN, Leopold Kogler, 6.10.2014)

Die Jubiläumsproduktion der Operette „Im weißen Rössl“ von Ralph Benatzky unter der Regie von Isabella Gregor ist – soviel sei vorab bereits verraten – ein absoluter Hit!
(mostropolis, Dieter Rath, 4.10.2014)

„Im Weißen Rössl“: Kaiserliche Premiere. 25 Jahre Herbsttage Blindenmarkt:
Die Jubiläumsvorstellung endete mit Standing Ovations.
(Hans-Peter Kriener, Bezirksblätter, 5.10.2014)

Supererfolg mit Ralph Benatzky bei den Herbsttagen
Die Operette in der Krise? Keinesfalls in Blindenmarkt bei Amstetten. … Und sie verblüffen mit Besetzungen, um die manch subventionierte Bühne Blindenmarkt beneiden könnte. Heuer kann Alexander Kaimbacher „Im weißen Rössl“ … seinen Charme und seine vokalen Qualitäten in der Rolle des Oberkellners Leopold voll ausspielen. Mit Wuschelkopf und schüchternen Lächeln beginnt er seinen Kampf um die Rössl-Wirtin und spätestens beim berühmten „Zuschaun kann ich nicht“ hat er die Herzen des gesamten Publikums gewonnen.
Die Regie wird einmal mehr von Isabella Gregor geliefert. In Bühnenbildern von Roland Ploner und Kostümen von Agnes Hamvas trifft sie perfekt den schmalen Weg zwischen Humor und Klamauk. Aber der Abend hat noch so manches zusätzlich Atout auszuspielen. Ronny Hein ist ein köstlicher Sigismund – er brilliert als Sänger („Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“) und auch als Tänzer und trifft auf hochkarätige Gegenspieler – Clemens Kerschbaumer ist ein sympathischer Dr. Siedler, Lorenz Bodner ein fescher fast artistischer Piccolo; dazu kommen die hinreißende Gabriele Schuchter als Briefträgerin Kathi – sie jodelt und schlägt Rad und verblüfft mit Koloraturen. Großartig! Ausgezeichnet auch die beiden „jungen Damen“ Barbara Pöltl als reizende Ottilie und Katrin Fuchs als hübsches Klärchen. Höchst witzig der „Piefke“ des Wilhelm Giesecke, der von Klaus J. Frankl verkörpert wird. Peter Rapp verbreitet als „Alter Kaiser“ viel Würde und Lebensweisheit und auch der vielseitige, tanzende Chor verdient ein Sonderlob. Zuletzt Jubel, Trubel und „standing ovations“. Blindenmarkt bleibt eine Reise wert.
(Der neue Merker, Peter Dusek, 5.10.2014)

Das “Weiße Rössl” galoppiert zu einem überlegenen Erfolg. Tolles Jubiläum
“25 Jahre Operettenwunder Blindenmarkt”
An der Spitze der erfolgreichen Produktions-Truppe steht die Regisseurin Isabella Gregor, genannt “Madame 150.000 Volt”, deren Bearbeitung eine nicht zu überbietende Tempo-Bolzerei erzeugte, der sich in den lyrischen Liebesliedern  auch stille, nachdenkliche Momente beigesellten. … Hier ist sie sich mit dem unvergleichlichen musikalischen Leiter Kurt Dlouhy einig.
Ein prächtiges Bühnenbild samt köstlichen Verwandlungsmöglichkeiten von Roland Ploner, abwechslungsreich-lustige Kostüme von Agnes Hamvas sowie die das gesamte große Ensemble integrierende Choreographie von Monia I. Rusu-Radman ergeben im Verein mit den vielen Ideen der Regisseurin eine publikumswirksame Einheit. Dazu kommt eine exquisit ausgesuchte Besetzung musikalischer Komödianten allererster Klasse. Will man einen Star orten, dann ist dies “Leopold” Alexander Kaimbacher, dessen rasende Eifersucht immer wieder an Canio im “Bajazzo” erinnert. Mimisch und gestisch geht er an die Grenzen der intensiven Gestaltung und erinnert manchmal gespenstisch an Opernstar Rolando Villazon, dem er auch optisch nacheifert. Stimmlich erhält Kaimbacher Konkurrenz durch seinen Rivalen Clemens Kerschbaumer als Dr. Siedler. Tenoral bleiben die beiden einander nichts schuldig. … Da ist Kerstin Grotrian die sich glaubhaft von der sturen Emanze zur liebenden Frau wandelnde “Rössl”-Wirtin Josepha Vogelhuber. Aus Berlin reisen der polternde Raunzer Giesecke und seine Tochter Ottilie an. Claus J. Frankl kostet schamlos jede sich ihm bietende Pointe aus, Barbara Pöltl glänzt durch forsche Natürlichkeit. Als “schöner Sigismund” ist Ronny Hein ein wahrer Wirbelwind, der sich, durch Klärchen bezaubert, zum lauen Lüftchen reduziert. Als lispelndes Klärchen beweist die bildhübsche Katrin Fuchs einmal mehr, dass sie zur Elite der Soubretten gehört. Von den bodenständigen Komödianten ist Willi Narowetz, dem man spektakuläre Einlagen gönnt, der umjubelte Superstar, assistiert von den vielseitig souverän agierenden Christina Bruckner und Heinz Müller. Der junge Lorenz Bodner zeigt vor allem als Piccolo sein heranreifendes Talent. Peter Rapp ist der Kaiser. Bleibt noch eine ganz Große des Genres Operette zu erwähnen: die vielseitige Gabriele Schuchter als Briefträgerin Kathi, die bis hin zur akrobatischen Einlage ihres berühmten Radschlagens tolle zusätzliche Aufgaben erfüllt. Stückadäquat ist ihr “Erzherzog-Johann-Jodler”: Da bleibt im Publikum, altersmäßig von sechs bis 93 Jahren, kein Auge trocken. Zum Schluss dürfen wir Chor und Orchester der Herbsttage Blindenmarkt würdigen. Kurt Dlouhy hat mit den Orchester-Musikern sowie den Choristen, Letztere durchwegs Laien, hart gearbeitet und ein fulminantes Ergebnis erzielt. Die Choristen werden von der Regie individuell geführt. Jeder ist agierender Schauspieler für sich.
Nach minutenlangen lautstarken Standing ovations sah sich das Operetten-Festival auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Möglichkeiten angelangt.
(Der neue Merker, Ingo Rickl, 5.10.2014)


HEUTE ABEND LOLA BLAU
von Georg Kreisler

Gut möglich …, dass Georg Kreisler vor Carin Filipcic auf die Knie gefallen wäre, hätte er sie im Kasino am Kornmarkt erleben können.
Die Schauspielerin ist bei der Regisseurin Isabella Gregor in besten Händen: Diese hat sich für ein Theater der Reduktionen entschieden. Mit kleinen und kleinsten Mitteln lässt sie Vergangenheit Gegenwart werden und umgekehrt. Dafür bedarf es nur einer Perücke, die aus der gealterten lebensweisen Lola die naive Debütantin Lola macht, die „sich gar nicht für Politik interessiert“, wie sie ihrem Freund Leo am Telefon erzählt, der kurz vorm Abtransport nach Dachau steht. Wimpel auf dem Klavier, mal Schweizer Kreuz, mal Stars and Stripes, mal österreichisches Rot-Weiß-Rot, reichen aus für eine Ortsbestimmung. Die Wirklichkeit außerhalb von Lolas Traum- und Erinnerungswelt dringt nur als Tonbandeinspielung in ihr Leben, die eleganter werdenden Kostüme deuten auf den Aufstieg der Sängerin hin, die auf dem Höhepunkt der Karriere in Amerika auf dem alkoholvernebelten Tiefpunkt ihres Lebens angekommen ist. Hier ergänzt Gregor Kreislers Musik um einen Song von Harold Arlen: Sein „Come Rain or come shine“ wird in Filipcic‘ anrührender Interpretation zur verzweifelten Überlebenshymne eines erfolgreichen, aber einsamen Stars.
Und hier wie auch bei allen Kreisler-Chansons erweist sich Dean Wilmington, dritter Weggefährte auf der nostalgischen Reise, als einfühlsamer, präziser Klavierbegleiter.
Am Ende sitzt die gealterte Lola vor dem Koffer ihrer Erinnerungen, kramt in alten Briefen und erlaubt sich eine Prise zu Herzen gehender Sentimentalität: „Heute fand ich alte Tränen …
Kaum war der letzte Ton verklungen, hielt es das Kasino-Publikum nicht länger auf den Stühlen und jubelte dem Trio minutenlang zu.
(Volksfreund Trier, Rainer Nolden 7.5.2017)

LOLA BLAU, FULMINANT
Diese so fulminante Aufführung einer „Wiener Connection“ bei den Festspielen in Erl hat selbst den ach so erfahrenen Lola Blau Fan schlichtweg umgehauen.
Die Regisseurin Isabella Gregor spannt den Bogen dieser Lebensgeschichte, ausgehend und ihn zwischendurch immer wieder betonend von einem Rückblick der alt gewordenen Lola Blau aus zu einem einzigen eineinhalbstündigen Furioso, das sowohl den zeitgeschichtlichen Hintergrund als auch die Facetten des Showstars grandios zur Geltung bringt.
Sinnvoll einfach wird der Speisesaal des Gasthofs zum Theatersaal umfunktioniert. Das durch eine „Showtreppe“ und ein Geländer abgetrennte „Stüberl“ ist der Bühnenhintergrund, rechts vorne, schräg ins Publikum hinein ragend, steht der schwarze Flügel, die Theke links ist auch eine optimale Bühnenfläche, und ansonsten reicht ein großer Requisitenkoffer. Einige Zuspielungen kommen vom Band, Geräusche, Redeausschnitte, aber keine Schlager, für die Instrumentalmusik sorgt allein der Pianist.
Ganz einfach beginnt die Vorstellung. Lola öffnet den Koffer und erinnert sich an Weihnachten 1937, an Onkel Paul, an dessen Anruf, sie bringt (vorgezogen, wie zuletzt auch in Mannheim gehört) das große Chanson „Sie war liab“ und dann erst wird das Telefonläuten zugespielt, sie telefoniert mit ihrem Freund Leo, übergeht seine Warnungen, setzt sich eine schwarze Perücke auf und mutiert blitzschnell zur jungen hoffnungsvollen Schauspielerin: „Im Theater ist was los!“
Bereits jetzt spürt man total: Carin Filipcic, die Lola Blau des Abends, ist ein Musicalprofi durch und durch. Sie singt unverstärkt, und sie kann sich das leisten, obwohl der vollgriffig, intelligent frei nach der Vorlage die Nummern verlebendigende Pianist Belush Koreny mit seinem herrlich jazzig durchdrungenen Klavierspiel akustisch den Raum mehr als zu füllen versteht. Mit seinem groovenden Zwischenspiel nach der Ankunft von Lola in Amerika holt er sich einen verdienten Extraapplaus in der an Zwischenappläusen alles andere als armen Vorstellung.
Wichtig ist der Regisseurin das Tempo in der ohne Pause durchlaufenden Aufführung. Damit fordert sie den beiden da vorne eine immense Konzentrationsleistung ab. Schauplätze werden mit Fahnen oder Tafeln am Klavier angedeutet, die vielfältigen Kostüme sind rasch gewechselt.  Ganz starke Momente prägen sich ein. Das hohe Tempo wird manchmal bewusst und damit umso eindringlicher gestoppt, etwa wenn Lola Blau die Perücke ablegt und   „Ich hab ́ dich zu vergessen vergessen“ wieder als Rückerinnerung singt. Grandioser Höhepunkt des Abends ist die große Shownummer, die mit der Textzeile beginnt „I ́m Gonna Love You“, Lola Blau im Glitzerkostüm und mit Boa. Da entfaltet sich die künstlerische Potenz dieser Darstellerin vollends. Ja, diese Lola Blau MUSS ein Star in Amerika gewesen sein, sie ist nicht eine Lola Blau Darstellerin, die einen Star spielt, sie verwandelt einen Gasthof in Erl für Minuten in ein Broadwaytheater. So gut all die anderen Lolas sind – hört man diese Rolle einmal von jemandem, der durchgehend „echt wienerisch“ spricht und singt, spürt man eine ganz besondere Authentizität.
Am Ende ist Lola also wieder die alte Dame, die uns, so wie sie sich zu Beginn an das Telefonat mit Onkel Paul erinnert hat, erzählt, wie es dazu kam, dass Leo am verabredeten Abend nicht ins Kabarett Kaiserschmarrn gekommen ist, und sie wird weiter hoffen, dass er irgendwann in die Vorstellung kommt. Sie schließt mit dem Lied „Alte Tränen“. Dann läutet das Telefon. Lola erschrickt. Ende der Vorstellung.
Fazit: Lola Blau in Erl – neunzig Minuten fulminantes Musiktheater!
(Kreisler Forum, 9.7.2009)

Da wurde „Kleinkunst im engen Ambiente“ zu großem anspruchsvollem Theater.
(Tiroler Festspiele Erl, E.Kaiser, 15.7.2009)


DER VERSCHWENDER
von Ferdinand Raimund

Ferdinand Raimund ist endlich zurück – …. Regisseurin Isabella Gregor stellt ein frisches, entstaubtes, mitreißendes Zaubermärchen in das Festzelt, das immer wieder geöffnet wird, den Blick nach draußen und die Kälte nach drinnen dringen lässt. Gestrichen hat Gregor wenig, ausufernde Szenenbilder und allzu viele Gesangseinlagen strecken die Geschichte vor der Pause mehr als nötig. Dafür wird’s danach packend dicht. Ausgezeichnet Bühne (Erich Uiberlacker, Lothar Hüttling) und Musik (Pavel Singer), exzellent das Ensemble, besonders Boris Eder als Valentin, Karola Niederhuber als Rosa, Johannes Terne als Wolf, Roman Schmelzer als Azur.
Fazit: Gutenstein hat Raimund wieder – und einen in jeder Hinsicht erfrischenden Theaterabend.
(Thomas Jorda, NÖN Kultur 2013)

Raimunds Welttheater
… zum Einstand der neuen Intendantin Isabella Gregor zu sehen: „Der Verschwender“. Die einen wollen da rührende Märchen sehen, die anderen verstörende Existenzanalysen. Gregor entrollt in ihrer Inszenierung den „Verschwender“ in seiner ganzen Breite, zeigt ihn weder als liebliches Kammerspiel noch als schwarzes Schreckenswerk. Sie nimmt sich aus beiden Richtungen, lässt zwei Welten aufeinander treffen. Hier der ringende Flottwell, dort die volkstheater-Welt des Valentin. Nichts wird ver-, aber auch nichts entschärft, sie polarisiert nicht, alles geht in einer Einheit auf. Ein kleines Welttheater, in der trotz Feen und Zauberei –alles von dieser Welt ist. Gregor geht’s dabei nicht ums Zuviel-Moralisieren und Besserwisserei und Symbolkraft. Natürlich: Mit einem Boris Eder als Valentin ist der halbe Abend geschafft. Was er bietet ist nie überzogen, nie verkrampft, nicht anbiedernd gemütlich. Ein feines Charakterbild. Martin Schwanda als Flottwell zeigt einen heutigen Reichen. Der Rest des Ensembles ist ausgewogen, sympathisch, rund. Ein langer Abend –aber manchmal braucht es eben die Länge.
(Oliver A. Lang, Krone Kultur, 24.7.2013)

„Der Verschwender“: Flott und etwas geizig
Passabler Raimund: bildschöne Natur, freche Musik und ein paar wirklich gute Schauspieler.
Die Aufführungen finden nicht mehr als Freiluftspektakel, sondern in einem Zelt statt. Auf einer weißen Bühne praktisch ohne Requisiten lässt Isabella Gregor, die Regisseurin und gleichzeitig neue Intendantin, Raimunds Stück vom Glück und selbstverschuldeten Fall des „Verschwenders“ Julius Flottwell spielen. Nur stellenweise öffnet sich der Vorhang hinter der Bühne auf die dunkle Wiese, die für ein paar einfache und doch schöne Regie-Effekte genutzt wird. Ein wenig optischer Einfallsreichtum hätte dem stellenweise so altbackenen Stück aber schon gutgetan …
Musik-Potpourri aus Jazz, Musical…
Raffiniert dagegen ist die Musik, die mehr Raum als gewohnt beansprucht. Pavel Singer hat, zum Teil unter Verwendung von Originalmelodien, eine freche Mischung aus Jazz, Musical, Kurt Weill, Schlagern der 1950er-Jahre etc. komponiert, die hoffentlich noch häufiger zu hören sein wird. Aus dem Ensemble stechen vor allem Boris Eder und Johannes Terne hervor. Eder gibt den Valentin in gewohnter und bester Volksstück-Tradition, da überrascht und fehlt auch nichts. Feinfühlig lässt er seine Figur altern und gibt als abgeklärter Familienvater dem Hobellied einen berührenden Anstrich schlichter Lebensweisheit. Johannes Terne macht aus dem bösen Kammerdiener Wolf einen wahren Herrn und erinnert mit seinem tragisch-absurden Abgang fast an Beckett. Karola Niederhuber ist eine untypische, aber letztlich überzeugende Rosa, Martin Schwanda ein guter Flottwell, Roman Schmelzer ein erfrischender Schutzgeist.
(sim, Die Presse Feuilleton, 23.7.2013 – Print, 24.7.2013)

Im 20. Jahr ihres Bestehens sind die Festspiele Gutenstein zu Ferdinand Raimund zurückgekehrt. Neo-Intendantin Isabella Gregor hat zum Einstand den „Verschwender“ inszeniert. Mit schönen Regie-Ideen.
(Kleine Zeitung, 20.8.2013)

Der Verschwender oder die Rückkehr in die Feenwelt
Das Zuschauen wurde dieses Mal leicht gemacht. Die neue Intendantin und Regisseurin Isabella Gregor ließ die Rückwand der Bühne öffnen und das Stück im Freien, also in der Kulisse Gutensteins weiterspielen. …. alle waren damit beschäftigt, um im ersten Teil die überbordende Fülle an Ideen und ein beinahe atemloses Tempo der Inszenierung zu bewältigen und zu sehr waren alle von der Innigkeit und der wohltuenden Ruhe des zweiten Teiles gefesselt, um auch nur einmal auf die Uhr zu schauen und festzustellen, dass man gut dreieinhalb Stunden mit einem einzigen Verschwender zugebracht hatte. Wenn Valentin (Boris Eder) in seinem Couplet über die Blödheit von Jagd und Jägern räsoniert, dann sitzt er unbemerkt irgendwo hinten in der sparsamen, aber zweckmäßigen Ausstattung und freut sich mit dem treuen Diener, von dem er noch ein Hobellied zu erwarten hat. Und er wird nicht enttäuscht. Boris Eder rührt die Menschen mit dieser Hymne auf die Gerechtigkeit des Schicksals zu Tränen, ohne in Sentimentalität zu verfallen. Martin Schwanda als Julius von Flottwell läuft zu wahrer Hochform auf, wenn er Zeit hat, einen Charakter eindringlich zu modellieren, nämlich dann, wenn er als armer Hund herumgestoßen wird; inmitten der reizenden und toll agierenden Kinderschar, in der Abweisung durch die gekränkte Rosa (Karola Niederhuber als hinreißende Frau des Valentin), als mittelloser Glücklicher gegenüber einem von Gicht und Falschheit geplagten Kammerdiener Wolf (beeindruckend fies: Johannes Terne) und als Verzweifelter auf dem Grabstein seiner Ahnen.
(Kultur und Wein, 2013)

… die Regisseurin Isabella Gregor Ihren Erstauftritt gut gemeistert hat, umso mehr als nach den letzten 10 Jahren wieder ganz besondere Erwartungen an die Raimund-Festspiele vorhanden waren …. Einige der schauspielerischen Leistungen waren formidabel und auch die Choreografie des Ablaufes war bewegt.
(Dir. Carl Aigner, Direktor des Landesmuseums Niederösterreich, 2013)


VERRECHNET!
von Carl Djerassi & Isabella Gregor

Abrechnungen mit Newton
Carl Djerassis und Isabella Gregors Stück „Verrechnet“ re-und dekonstruiert einen Mathematikerskandal. Der handfeste Skandal, um den es in Verrechnet geht, ist historisch verbürgt: Zu Beginn des 18. Jahrhunderts stritten sich Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz, wer von beiden die Infinitesimalrechnung erfunden habe. Um die Frage „endgültig“ zu entscheiden, wurde 1712 in London eine Kommission der ehrwürdigen Royal Society eingesetzt. Die kam zum ziemlich falschen Urteil, dass Leibniz von Newton abgeschrieben habe – was das Verhältnis zwischen englischen und kontinentalen Mathematikern für Jahrzehnte vergiften sollte. Der mittlerweile 86-jährige Djerassi, der als Forscher die Antibabypille mit entdeckte und sich seit gut 20 Jahren auf die Schriftstellerei verlegte, hat einige entlegene Fakten über den Streit und Newtons ziemlich infame Einflussnahme zusammengetragen und diese gemeinsam mit Ko-Autorin und Regisseurin Isabella Gregor zu einer raffinierten Komödie arrangiert: Sie lassen zwei englische Theaterleute im Jahr 1725 ein Stück über den Wissenschaftsskandal besprechen, schreiben und proben. Dazu kommt eine amouröse Dreiecksgeschichte mit Jungschauspielerin. Das klingt kompliziert – und ist es auch. Dass das mehr als doppelbödige Spiel im Spiel auf der Bühne des Stadttheaters Walfischgasse dennoch zu einem Abend klugen Edutainments wurde, lag neben der inspirierten Regie Gregors auch an der Leistung des Ensembles: Nicole Ennemoser, Nicolaus Hagg und Helmut Rühl gelingt es im Laufe von Verrechnet, rund ein Dutzend Rollen distinkt darzustellen. Unterhalt- und gelehrsamer als gleichnamige ORF-Wissensmagazine ist „Verrechnet“ allemal – und zwar nicht nur infinitesimal.
(Klaus Taschwer, Der Standard, 25.11.2009

Berechenbar ist nur die Wissenschaft
Ein Theaterstück über Mathematik, das kann funktionieren. Bei „Verrechnet“ im Stadttheater in der Walfischgasse tut es das zweifellos.
Den Streit zwischen Gottfried Wilhelm von Leibniz und Sir Isaac Newton gab es wirklich.
Es war wohl der berühmteste Prioritätsstreit der Wissenschaftsgeschichte: Der Konflikt um die Erfindung der Differentialrechnung. Aber wen interessiert schon Mathematik im Theater? Eine Frage, die sich auch der Theaterleiter und Schauspieler Colley Cibber in „Verrechnet“ stellt, als der Dramatiker Sir John Vanbrugh mit einem Stück samt dem unaussprechlichen Namen „Integral- und Differentialrechnungen“ auf ihn zukommt. Das Stück im Stück ist zwar nichts Neues aber immer wieder erfreulich, wenn es gelingt. Das hervorragende Ensemble, bestehend aus Nicole Ennemoser, Nicolaus Hagg und Helmut Rühl, schlüpft in die unterschiedlichsten Rollen, Geschlechtertausch inklusive.
Die Jungschauspielerin Polly Sterling (Nicole Ennemoser) durfte bisher nur als Statistin in Cibbers (Nicolaus Hagg) Theater auftreten. Aber ihr gutes Aussehen und ihre lose Zunge verhelfen ihr letztlich dazu, eine nicht unbeachtliche Rolle in Vanbrughs (Helmut Rühl) Stück abzustauben. Ganz unangestrengt und nebenbei gelingt es ihr, den beiden Herren und gleichzeitig dem Publikum die Differentialrechnung näherzubringen. Der Zuschauer kann also auch noch was lernen, vorausgesetzt er merkt es sich. Als schließlich Dr. Arbuthnot (Florentin Groll) auftaucht, besonders auffallend durch Größe und Stimmvolumen, bekommt das Stück noch eine zusätzliche Wendung. Grabenkämpfe und Intrigen gibt es offenbar sowohl in der Welt der Wissenschaft als auch in der des Theaters. „Verrechnet“ …. wurde von Isabella Gregor erfolgreich auf die Bühne gebracht. Mit viel Humor und einem durchdachten Bühnenbild ist „Verrechnet“ trotz … einem Hauch von Molière ein voller Erfolg.
(Stella Reinhold, Kurier 26.11.2009)

Ein Intrigenspiel
„Verrechnet!“ heißt die Komödie, die jetzt im stadtTheater walfischgasse zur Uraufführung kam.      Es ist ein Stück im Stück mit einigen überraschenden Wendungen und mit vier guten Rollen. Nicole Ennemoser, Florentin Groll, Helmut Rühl und Nicolaus Hagg spielen ihre Trümpfe aus. Ein reizvolles Bühnenbild schuf ihnen Erich Uiberlacker.
Ein gepflegter Theaterabend, der sich … zu einem packenden Finale steigert.
(Lona Chernel, Wiener Zeitung 26.11.2009)


LULU 
von Frank Wedekind

Das Theater Phönix zeigt derzeit Frank Wedekinds Tragödie „Lulu“ über die verführerische Kindfrau und „femme fatale“, die die Männer reihenweise ins Verderben stürzt und am Ende selbst tief fällt – so lautet zumindest die gängige Interpretation.

Regisseurin Isabella Gregor wählt einen etwas anderen Zugang zu dem vor 100 Jahren entstandenen „Monsterdrama“. Sie hat die Hauptrolle geteilt und stellt gleich zwei „Lulus“ auf die Bühne, um mehr den inneren Kampf und die inneren Versuchungen der Lulu zu zeigen: „Wo befinde ich mich in der Realität, wo befinde ich mich in meinem Traum, das kann man mit zwei Lulus sehr gut zeigen.“

Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Moral

Frank Wedekind, einer der Wegbereiter des Expressionismus, setzt sich in „Lulu“, das als sein wichtigstes Werk gilt, kritisch mit der bürgerlichen Moral auseinander. Mit der Figur der Lulu, der „Urgestalt des Unheil bringenden Weibes“, hat er einen Mythos geschaffen, der durch Zensurprozesse und zahlreiche Verfilmungen genährt worden ist.

Regisseurin Isabella Gregor zeichnet in Linz eine sehr vielschichtige Lulu-Figur: „Ich würde sie als eine reflektierende Frau beschreiben, eine sehr spontane Frau, als eine, die mit ihrem Körper sehr positiv umgehen kann, die teilweise ihre Emotionen sehr genau zeigen kann, ohne sie zu verstecken, die sehr direkt ist, und sich wirklich und tatsächlich in ihr Schicksal begibt, offenen Auges.“

Wie sieht Frau sich selbst? Isabella Gregor lässt die Figur der Lulu im Laufe der Aufführung eine radikale Entwicklung durchmachen: von der verspielten triebhaften Kindfrau hin zu einer selbstbewussten und nach Unabhängigkeit strebenden Frau.

Lulu ist immer interpretiert worden als femme fatale, als Kind, Isabella Gregor zeigt sie als Frau in unserer Gesellschaft. Sie versucht, die Frau in unserer Gesellschaft zumindest zu hinterfragen…

Rasante Inszenierung 

Die Linzer Lulu-Inszenierung beruht auf der so genannten Urfassung. Aus dieser Urfassung entwickelte Frank Wedekind die beiden Stücke „Erdgeist“ und „Die Büchse der Pandora“, die dann als „Lulu“ – Tragödie bekannt geworden sind und auf denen auch Alban Bergs gleichnamige Oper beruht. Im Linzer Theater Phönix ist eine stark gekürzte Fassung zu sehen, der zweite Teil, der in Paris und London spielt und den tiefen Fall Lulus beinhaltet, wird nur angedeutet. Eineinhalb Stunden dauert die rasante Linzer „Lulu“-Inszenierung, der Überlebenskampf einer Frau in einer von machtbesessenen Männern dominierten Welt.
(Johannes Reiter, oe1.ORF.at, 1.2.2004)

Lulu im Doppelpack: Experiment gelungen

„LuLu“ nach Frank Wedekind hatte … im Linzer Theater „Phönix“ Premiere. Was als radikale Neuinterpretation angekündigt worden war, zeigte sich als kluge und in sich logische Bearbeitung des mehr als hundert Jahre alten Stückes in der Regie von Isabella Gregor. Darin treibt die Hauptfigur Lulu ihre vier Ehemänner nacheinander zuerst in den Wahnsinn und dann in den Tod. Besonders gelungen ist das Experiment, Lulu doppelt zu besetzen (Martina Schwabenitzky, Doina Weber). Die männerfressende Femme fatale wird somit besser ausdifferenziert, die Handlung insgesamt spannender.

Andreas Mathes‘ Bühnenbild ist einfach und genial, Lulus Kostümfundus zwar gut durchdacht (jede der beiden Figuren hat einen Teil des Kleides an), aber hässlich. Insgesamt eine gute, streckenweise schrille Inszenierung mit Längen. Wo allerdings der radikal neue Interpretations-Ansatz versteckt ist, blieb zumindest mir verborgen.
(Herbert Schorn, Rundschau, 11.02.2004)

Und ewig bockt das Weib

Was gilt heute noch als Prüderie, als Provokation? Wer sich über ein Stück wie „Lulu“ heute aufregt, der verweigert entweder seit Jahrzehnten sämtliche Medien wie Fernsehen, Illustrierte und Zeitungen, ist seiner eigenen Scheinmoral erlegen oder hechelt dem ewigen Geheuchel von Moral- und Wertbegriffen nach.

Wedekinds „Lulu“ ist ein antiquiertes Stück über eine junge Frau, die jeden Mann in Verderben und Tod stürzt. Lulu ist sowohl Opfer als auch Täterin ihrer eigenen Triebe, aber: Sie ist keine Emanzipations-Figur.

Wedekind ging es garantiert nicht um weibliche Emanzipation, sondern um die Projektion von Männerbegierden: jungfräuliche Kindfrau, Matratzen-Luder, sündige Verführerin, Gedemütigte und Vergewaltigte.

Regisseurin Isabella Gregor hat für diese Aufführung radikal gekürzt und montiert. Gut so, weg mit dem Schwulst, dem Elend und der Tragik. Dadurch glücken ihr einige rasante und auch, ja doch: auch witzige Szenen. Schade nur, dass sie das dynamisch Ironisierende, das Groteske und sogar Slapstickhafte – wie zum Beispiel bei der Selbstmordszene – nicht als Konzept durchzieht. Denn was bleibt? Streckenweise sind Handlung und Handlungsweise ohne Spannung, ohne Überraschung. Da kann auch die ständige Aufgeregtheit, die kreischende Hysterie, das Auf- und Abgelaufe auf der Bühne kein Tempo hineinbringen, nur sinnlose Hektik.

Isabella Gregor hat die Lulu auf zwei Schauspielerinnen geteilt. Das ist kein neuer, aber interessanter Ansatz. Als Gegensatzpaar ergänzen einander Martina Schwabenitzky und Doina Weber recht gut. Wobei die Jüngere wirklich naiver und in jeder Hinsicht unfertiger, aber – und darauf kommt es, zumindest in dieser Rolle, ja auch an – hübscher Blondengel ist. Doina Weber hingegen ist ein Vollblutweib, eine Frau, die weiß, was sie will und wie sie es bekommt. So wechselt die Lulu auch äußerlich von kindlicher Unschuld zum wilden Temperament, vom lasziv Weiblichen zu bockigem Widerstand.

Die Männer, deren jeweiligem Frauenbild Lulu entsprechen soll: Helmut Fröhlich routiniert als sabbernder Greis, zu sehr überdreht Klaus Bayer als Dr. Schön, Sebastian Pass als entrückt-verzückter Künstlertyp, Werner Landsgesell als verzweifelter Maler.

Andreas Mathes hat, in kongenialer Partnerschaft mit Lichtdesigner Erich Uiberlacker, die Bühnenlandschaft als von einem großen Kinderaugenpaar beobachtete Laufstege gestaltet, auf denen alle Beteiligten sich vor Abstürzen hüten müssen.

Wolfgang „Fadi“ Dorninger hat stimmige Filmmusik komponiert, auch ironisierend und kontrapunktisch: gut durchdacht. Ebenso wie die Kostüme von Andrea Hölzl: Die Lulus haben gleichsam eine Hälfte – ob Spielhoserl oder große Satin-Robe – an, sind somit nur miteinander ein Ganzes.
(Silvia Nagl, OÖN, 07.02.2004)

Hampelmänner, fixiert auf den Mythos Weib

Premiere: Das Linzer Theater Phönix spielt Neufassung nach Frank Wedekinds einst skandalöser „Lulu“-Tragödie

An der Video-Wand rattern die Börsenkurse, davor in vierfacher Ausführung „Mr. Wichtig“ in Reinkultur: Mit Handy, Aktenkoffer und der unbändigen Gier, möglichst rasch möglichst viel Gewinn zu machen. Wie an unsichtbaren Fäden hampeln sie dahin in ihrer Lächerlichkeit…

Daneben der Blick auf ein Gitterbett, in dem sich eine Kindfrau im rosa Tüll für die begehrlichen Blicke der Zuseher zurechtbiegt während dahinter ihr Alter Ego in Schmerzen zuckt.

Ein schlüssiger Einstieg in Frank Wedekinds einstiges Skandalstück „Lulu“, das die Doppelmoral des Fin de Siècle in der Figur der außerhalb jeglicher Konvention stehenden Femme fatale zu geißeln verstand. Die Zensur zeigte ihre Klauen…

Heute steht Lulu nicht nur für den Mythos der fleischgewordenen Sinnlichkeit und als Projektionsfläche der Männer zwischen Kindfrau und Vamp, Anbetung und der Angst, vom „Ewig-Weiblichen“ verschlungen zu werden. Regisseurin Isabella Gregor ging es auch darum, das Klischee vom „wahren, wilden, schönen Tier“ zu brechen, Lulus Suche nach Autonomie sichtbar zu machen. Sie spaltet dafür ihre Protagonistin in ein Doppelwesen auf, verkörpert von Doina Weber und Martina Schwabenitzky, das von den Männern umschwirrt wird wie die Motten vom Licht – und das diesen ebenso wenig bekommt wie Insekten der Absturz in die Flamme.

So nachvollziehbar Gregors Ansatz ist, der Vielschichtigkeit der Titelheldin im Doppel gerecht zu werden: Für mich wäre es auch reizvoll gewesen, die Konzentration allein auf Doina Weber zu richten, die mit ihrer Bühnenpräsenz alle anderen Darsteller überstrahlte.

Alle, die Lulu begehren, machen sich ein eigenes Bild von ihr, keiner sieht sie wirklich und das müssen sie büßen: der alte Medizinalrat Goll (Helmut Fröhlich), der nur Staffage für ihr Verhältnis mit Dr. Schön ist (Klaus Beyer ist schauspielerisch noch am ehesten ein echter Widerpart); der Maler Schwarz (Werner Landsgesell) oder Schöns Sohn Alwa (Sebastian Pass).

Marionetten im Reigen der Begehrlichkeit

Sie alle zappeln wie Marionetten im Reigen der Begehrlichkeit, für den Andreas Mathes einen rasch wandelbaren schrägen Bühnenraum gebaut hat, der das hohe Tempo der Inszenierung zulässt. Wodurch manche Szene aber auch in banal-hektisches „Hasch mich, flieh‘ mich“ kippt. Der Versuch, „Lulu“ in eine zeitgemäße Form zu gießen, ist so nur mit Abstrichen gelungen.
(Birgit Thek, Neues Volksblatt, 07.02.2004)

Ein selbstbewusstes Damen-Doppel-Spiel

Frauen dominieren die Premiere von Wedekinds „Lulu“ im Linzer Phönix-Theater

„Das menschliche Gehirn sei meine Bühne, mein Lieblingsregisseur die Phantasie“, wird Frank Wedekind im Programmheftchen des Linzer Phönix-Theaters zitiert. Dort hatte am Donnerstag eine Fassung seiner „Lulu“ Premiere die der zügellosen Kindfrau eine sehr (selbst-)bewusste Lady an die Seite stellt.

Der Kunstgriff von Regisseurin Isabella Gregor ist geistreich: Sie lässt die klischeedurchtränkte „Lulu“, das Kindweib schlechthin, nicht alleine agieren. Ihr zur Seite steht die erwachsene, die emanzipierte „Lulu“. Das ist keine pure Männerphantasie mehr, hier ficht ein entschlossenes weibliches Wesen um ihren Platz in einer trüben Männerwelt. Martina Schwabenitzky und Doina Weber sind beide „Lulu“: ein hemmungsloses, kokettes, gespenstisches Duo – von Andrea Hölzl in schreckliche Kostüme gepfercht. Die Männer werden von so viel nervöser Frauenpower überrollt. Klaus Beyer, Helmut Fröhlich, Werner Landsgesell und Sebastian Pass verglühen in einer überhitzten Theatralik wie Sternschnuppen in ihren gutbürgerlichen, dunkelbraunen Anzügen. Sie haben dieser Frau wenig entgegenzusetzen – was die Sache im kühl-funktionalen Bühnenbild von Andreas Mathes ein wenig eindimensional und matt macht.
(Milli Hornegger, Krone, 07.02.2004)


OXYGEN
von Carl Djerassi & Roald Hoffmann

Aufschlussreicher Blick hinter Masken

… in den Kammerspielen des Mainfranken Theaters Würzburg seine beachtliche deutsche Erstaufführung erlebte.

… so wird aus „Oxygen“ (Sauerstoff) eigentlich ein Enthüllungsdrama, denn „Wissenschaftler tragen Masken“, so die Autoren, und die wird hier offenherzig gelüftet und schließlich heruntergerissen.

Die Frage nach den eigenen Erfahrungen der weltberühmten Chemiker drängt sich auf. Übrig bleiben Menschen mit ihren Fehlern und Schwächen. Ausgang ist der Wunsch des Nobelpreiskomitees zum 100-jährigen Nobelpreisjubiläum 2001 erstmals einen „Retro-Nobelpreis“ zu verleihen an drei Wissenschaftler; jeder von ihnen behauptet, das Oxygen, den Sauerstoff vor 200 Jahren entdeckt zu haben. Entscheiden sollen drei lebende Wissenschaftler. Sie werden in Doppelrollen gespielt, was aparte Überschneidungen ergibt: Die modernen Chemiker identifizieren sich mit den verstorbenen, Ehrgeiz, Geltungsbedürfnis beherrscht alle drei. Sie begnügen sich nicht mit der Untersuchung der vorliegenden Arbeiten, sondern durchschnüffeln das Privatleben. Unterstützt werden sie von den drei Damen, die zu Beginn Eheerfahrungen in der Sauna austauschen und auch sonst sehr redselig sind. Zwei von ihnen haben gleichfalls Doppelrollen, sind außer den historischen Figuren in die Gegenwart eingegliedert als Professor Rosenqvist, die Leiterin beziehungsweise Sekretärin des Preiskomitees. Die beiden Autoren liefern wissenschaftliche Details, die im ausgeglichenen Maß mit emotionsreichen Dialogen wechseln. Die Desillusionierung ist mit Temperament, Witz und teilweise handfestem Humor verbunden, so dass das Belehrende – die Vermittlung von Wissenschaft an Nichtwissenschaftler, so der Wunsch der Verfasser – ohne erhobenen Zeigefinger auskommt.

Erheblichen Anteil am Gelingen der Premiere hat Isabella Gregor, die Erfahrungen an großen deutschsprachigen Theatern und in der Zusammenarbeit mit namhaften Regisseuren gesammelt hat. Ihr ist es gelungen, die Intentionen der Autoren in eine Handlung umzusetzen, deren Pointen dem forcierten Ablauf unaufdringlichen Glanz verleihen oder gedankliche Spielereien sichtbar zu machen. Wenn sie zum Beispiel die entscheidende Szene in ein Maskenspiel verwandelt, von Beate Hundertmark und dem Schau- und Puppenspieler Thomas Mette mit Fingerspitzengefühl gestaltet und choreographiert: Glänzend das Zusammenspiel der sechs Darsteller in der Puppenszene, in der die modernen Wissenschaftler Handpuppen mit den Köpfen ihrer historischen Kollegen führen und für sie sprechen. Als die Auseinandersetzung auf dem Siedepunkt angelangt ist und die Situation eskaliert, prügeln die drei Frauen auf die gegnerischen Köpfe ein, die zum Glück abnehmbar sind.

Isabella Gregors konzentrierte Regie lässt keine Leere aufkommen, keine Längen. Zudem hat Walter Vogelweider die Wände der Kammerspiele in Türen verschiedenster Art aufgelöst wie zum Beispiel: die geometrische Aufteilung der Saunawand in Fensterchen und eine kuriose Türe. Die Laborszene ist bilderbuchreif. Die genutzten Möglichkeiten der Regie sind zahllos. In den flotten Kostümen – besonders elegant die beiden Franzosen – von Barbara Noack und untermalt von der Musik Ingo Mertens‘ und Alois Seidlmeiers, die unaufdringlich transparent bleibt, spielen fünf neue Mitglieder des Theaters und ein Gast. Hier ist Isabella Gregor das Kunststück gelungen, daraus ein Ensemble zu formen, dessen Übereinstimmung, Zusammenarbeit und Spielfreude nicht vollkommener sein könnten.

Das Damentrio wird angeführt von Alexandra Sydow, der 19-jährigen Frau des französischen Chemikers Lavoisier: Ein Kind des 18. Jahrhunderts, leichtlebig, selbstbewusst, durchtrieben. Ihre Liebe lässt sie einen Brief, in dem Scheele Lavoisier seine Entdeckung mitteilt, verschwinden, im Labor ist sie die ergebene, talentierte Helferin. Constanze Weinig a. G. bleibt als Frau Priestley mehr im Hintergrund, als Professor Rosenqvist leitet sie das Nobelpreiskomitee mit souveräner Sicherheit ohne emanzipatorische Allüren. Katharina Weithaler wirkt als Partnerin Scheeles eher naiv, als Sekretärin Zorn des Nobelkomitees wird sie in ihrer entwaffnenden Ehrlichkeit zum Schrecken der Wissenschaftler. Knud Fehlauer gibt dem gewandten Franzosen Lavoisier unzerstörbares Selbstvertrauen, ihm ist jedes Mittel recht, seinen Ruhm zu festigen; als Professor Hjalmarsson ist seine Subjektivität erstaunlich. Die Rolle des englischen Predigers, politischen Aktivisten und Chemikers Priestley ist etwas kleiner angelegt. Aber der Gottesmann (Boris Wagner) unterscheidet sich in der moralisch-ethischen Gesinnung ebenso wenig wie der lebende Professor Svanholm von der Fragwürdigkeit seiner Kontrahenten. Stefan Kleinert, der als Forscher erfolgreiche Apotheker aus Schweden, steht seinen Kollegen in nichts nach. Als Professor Kallstenius versteigt er sich sogar in nationale Vorurteile.

Bei der Preisverleihung hatte Hanfried Schüttler für das Theater allen Sponsoren gedankt; die Bündelung von Kräften, wie bei dieser Inszenierung sei keine Selbstverständlichkeit. Das Resultat lohnt den Aufwand in jeder Beziehung.(Hiltrud Leingang, Fränkische Nachrichten 26.09.2001)
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Spannender Wissenschaftskrimi

Die Geschichte über die Erfindung des Sauerstoffs kommt so kurzweilig daher, dass die rund drei Stunden wie im Flug vergehen. Regisseurin Isabella Gregor und Bühnenbildner Walter Vogelweider haben das Stück als deutsche Erstaufführung spannend, mit Humor und originellen Einfällen auf der Bühne umgesetzt. … Am Ende bleibt das Bedauern dass so manche zähe Unterrichtsstunde so witzig und interessant hätte sein können.
(Mainpost, Volksblatt , Christie Jeske 25.9.2001)
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Die Eitelkeit der Wissenschaftler

… in locker-eleganten Wortgefechten auf die Bühne gebracht.

Regisseurin Isabella Gregor führt in den Kammerspielen des Mainfrankentheaters die allesamt in Würzburg neuen Schauspieler am straffen Zügel damit die Leichtigkeit präzise gelingt. Das Bühnenbild Walter Vogelweiders ermöglicht mit Dreh-und Schiebetüren den schnellen Wechsel der Orte und der Zeitebenen. Mit dieser gelungenen „kleinen“ Eröffnung der Schauspiel-Saison … ein Zeichen für das Gegenwartstheater gesetzt.
(Bote vom  Kurier-Main, Werner Häußner  6.10.2001
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Deutsche Erstaufführung von „Oxygen“

… Es ist doch alles Eitelkeit auf Erden. Es dürfte in der modernen Wissenschaftsgeschichte wenige geben, die darüber so authentisch Auskunft geben können wie Carl Djerassi. Ein Clou folglich am Mainfrankentheater, klug inszeniert von Isabella Gregor. So könnte es weitergehen – in Würzburg.
(Die Welt, Olaf Przybilla 25.9.2001)
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Wer soll den Retro-Nobelpreis bekommen?

… unter der Regie und in der Bearbeitung von Isabella Gregor ein Drama entstanden, das im Wesentlichen auf Rede und Gegenrede basiert, dabei aber in unterhaltsamer Darstellung und wechselnden Darstellungsformen Sachliches präsentiert. Verständlichkeit, Spannung und Veranschaulichung – wesentliche Bestandteile eines erfolgreichen Theaterstücks. … Erkenntnisse werden schließlich auf einer dritten Ebene präsentiert, im Puppen- und Maskenspiel. Alle diese Ebenen und Motive wurden geschickt und einfallsreich in blitzschnellen Szenen-und Kostümwechseln verknüpft. Ein besonderes Plus war das hochmotivierte Schauspiel-Team.

Die Übergänge zwischen den Rollen des 18. Jahrhunderts und der Gegenwart geschahen fließend, die Führung der Puppen und das Maskenspiel waren fast unmerklich gleitend ins Spiel eingebaut.
(Bayer. Staatszeitung, München, Renate Freyeisen 26.10.2001)
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Wenn die Chemie stimmt

Regisseurin Isabella Gregor würzte die Gespräche des Sextetts, dessen Frauen mindestens so stark wie ihre Männer sind, mit bunter Aktion …
(Fränkischer Tag Bamberg, Joachim Fildhaut 26.9.2001)
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Wissenschaft schnuppert Theaterluft

Die Inszenierung von Regisseurin Isabella Gregor zieht … ganz verschiedene Register des Theaters: Lavoisier und seine Frau präsentieren vor dem schwedischen König ein urkomisches Maskenspiel über den „Sieg der Feuerluft über den Phlogiston“ – gewissermaßen als „Theater im Theater“. Eine andere Szene, in der die maßgeblichen Experimente zur Entdeckung des Sauerstoffs mit Hilfe eines Puppenspiels nachgestellt werden verwandelt sich fast in eine überdrehte Komödie.
(Deutsches Museum, Dr. Marc-Denis Weitze 2001)


EGO
von Carl Djerassi

Djerassis Theaterstück Ego beruht auf den bereits 1994 von ihm geschrieben Roman Marx verschieden. Isabella Gregor und Susanna Goldberg dürften sich die deutsche Übersetzung des einstigen Titels des Romans als Inspiration für ihre hervorragende Inszenierung geholt haben.

Marx, ein berühmter Schriftsteller, will zu Lebzeiten zur Unsterblichkeit gelangen und täuscht seinen eigenen Tod vor. Die darauf folgenden Turbulenzen in die Marx gerät, machen das Dreimann-Stück zu jener Mischung aus Komödie und Thriller, die einem Theaterbesucher einen angenehmen und unterhaltsamen Theaterabend bescheren. Die Inszenierung im Landestheater St. Pölten versprüht jenen angelsächsischen Esprit wofür man das Englische Theater so liebt: Leicht, bekömmlich und kein bisschen seicht.
@cetera Literaturzeitschrift 10.11.2005


ES
Theaterstück in einem Akt von Karl Schönherr

… Gregor in ES, einem Zweipersonenstück über ein Ärzteehepaar, mit der urbanen Bildersprache unserer Zeit arbeitet. Gerade die Gegenüberstellung mit dem modern inszenierten ES eröffnet einem … eine ganz neue Lesart: mit einem Mal werden Schönherrs Parteilichkeit, sein tiefes Verständnis für die (vermeintlich dämonischen) „Verteidigungsstrategien“ der Frau sichtbar. Insgesamt ein ganz außergewöhnlicher Theaterabend.
(Theater Aktuell Mag. Christine Frei, 12.4.2002)

Gelungene Premiere

Heute gibt es pränatale Diagnostik, und die Ausschaltung von erblichen Defekten ist nicht weniger ein Thema. Das Gemälde eines Kindes (Maja Vukoje) dominiert das Geschehen. Wieder entfernt sich eine Frau von ihrem Mann. Als Arzt arbeitet er am Verbot von krankem Leben. Sie sieht darin plötzlich auch eine Chance zur Menschlichkeit. Regisseurin Isabella Gregor – sie hat eine Hand für Details – zeigt auch die Gewalt von Mann und Frau, mit der beide Ziele ansteuern können. Die Bühne wird zum Schlachtfeld. Sie überlebt. Es fliegt ein Kinderball durchs Fenster.
(Tiroler Tageszeitung, Sabine Strobl 9.4.2002)

Schönherr modern

Karl Schönherrs … „ES“ … am Landestheater zu sehen – in zeitgemäßen, sprachkonzentrierten Inszenierungen.
(Tipp 12.4.2002)


KOPENHAGEN
Theaterstück von Michael Frayn

Regisseurin Isabella Gregor ließ sich bei der Münchner Erstaufführung glücklicherweise nicht darauf ein, eine wissenschaftliche Vorlesung auf drei Sprecher zu verteilen, sondern erkundete kühl die menschliche Seite einer Wissenschaft, die so unmenschliche Folgen hatte.
Abendzeitung, Mathias Hejny 15.11.2002

Heisenbergs Gewissen

Aus dem Reich der immer wund gebliebenen Fragen: „Sie geistern umher. Auf der Suche nach den Antworten, die sie im Leben nie gefunden haben“, sagt Bohrs Frau Margrethe, das dritte Gewissen und Kommentatorin in Frayns fiktiver Jenseits-Begegnung – exquisit umgesetzt von Ausstattung (Walter Vogelweider) und Regie (Isabella Gregor). Im gestaffelten Hindernis-Labyrinth von ungleich langen Stegen und transparenten Paravants, manchmal erleuchtet zu finster glühenden Untergrund-Fenstern, reden sie wie ‚durch Wände’ zueinander, kommen sich näher. Und bleiben doch immer irgendwie getrennt, diese wie nach einer Atombombenexplosion aschig grau konservierten drei Figuren.
(Münchner Merkur, Malve Gradinger 15.11.2002)

Rätselhafte Begegnung

Dass dieser fiktive Physiker-Gipfel keine Sekunde langweilt, liegt am konzentrierten Spiel der Schauspieler, einem so einfachen wie wirkungsvollen Bühnenbild und dem stimmigen Regiekonzept. Wie Elektronen einen Atomkern umkreisen die Figuren einander, zeihen sich an, stoßen sich ab, ordnen sich neu, verändern unentwegt ihre Position. Geschickt überträgt Regisseurin Isabella Gregor Grundlagen der Quantentheorie auf die Bühne. Absolut spannend – selbst für Physik-Muffel!
(In München – Bühnenschau, Ines Botzenhard 15.11.2002)


WIE MAN HASEN JAGT
Theaterstück von George Feydeau

Turbulenter Tausch von Hosen

Das Ergebnis: Kreischende Frauen, die sich im Schrank verstecken, Männer in Unterhosen, die durchs Fenster flüchten und viele Hosen, die ihre Besitzer wechseln – mit belasteten Briefen in den Hosentaschen.

Dass das Ganze nicht in Klamauk ausartet verdankt man der tiefgründigen Psychologie von Feydeau, der aufzeigt, dass Menschen oft keine Ausrede zu dumm ist.

Ein wenig Slapstick zwar, aber durchaus sehenswert.
b.l. Die Presse 18.2.2006

Eine Slapstick-Parade

Echte Hosen, falsche Hasen, fliegende Pasteten, zarte Liebesschwüre und harte Fensterstürze – es geht ganz schön rund, wenn Martin Zauner als Monsieur Duchotel in den Wiener Kammerspielen auf amourösen Abwegen wandelt. Denn Regisseurin Isabella Gregor setzt bei George Feydeaus köstlicher Farce „Wie man Hasen jagt“ – man hat die Übersetzung von Elfriede Jelinek gewählt – auf prallen, grell-bunten, mitunter übertriebenen, aber streng choreografischen Slapstick.
Peter Jarolin Kurier, 17.2.2006


KANARI
Schauspiel von Klaus Pohl

Paraderolle für Otto Schenk

Es ist ein echtes Schauspielerstück: … im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Komödie, also dürfen auch gut platzierte Pointen nicht fehlen und der gut gespannte Gefühlsbogen von Komik bis Rührung. Wurde das Ganze dann obendrein für einen Publikumsliebling und wirklich begnadeten Erzkomödianten geschrieben (der noch dazu bei der Entstehung des Stückes selbst mitgeholfen hat), so ist das Klingeln der Kassen wohl vorprogrammiert.

Die Story um den jüdischen Diamantenhändler Siggi Grünebaum, der einst mit seinen Eltern von Wien nach New York emigrierte – eine „Altes Herz wird wieder jung-Geschichte“ – bietet Schenk die Möglichkeit alle Register seines reichen Könnens zu ziehen. Die Welt der typischen Kammerspiele-Besucher … ist jetzt zweifellos wieder völlig in Ordnung, denn hier bekommen sie, was sie immer schätzten: Leicht-luftiges mit einem Hauch von Tiefgang und das in Luxusbesetzung. In stimmigen Bühnenbildern von Rolf Langenfass inszenierte Isabella Gregor einfühlsam und diskret und unterstützte Otto Schenk dabei zu darstellerischer Höchstform aufzulaufen, das Publikum mitzureißen und zu berühren und auf liebenswerte Weise jüdisches Flair zu verbreiten.
(Wienerzeitung, Lona Chernel 8.4.2005)

Rohdiamant für Publikumsliebling Otto Schenk

Wenn Schriftsteller, die vom Theaterfach einiges verstehen Schauspielern eine Rolle auf den Leib schreiben, dann ist schon die halbe Miete herinnen. Ein wenig zu langatmig hat Isabella Gregor diese leicht wehmütige Geschichte über Heimweh, späte Liebe, neue Herausforderung bei der Uraufführung inszeniert. … Eine Uraufführung, die nach der gewohnten Programmierung der Kammerspiele als „cash cow“ der Josefstadt, ein wohl kalkuliertes Maß an Risikofreude (mit dem eingezogenen Sicherheitsnetz Schenk) der neuen Direktion Gratzer zeigt.
(OÖ Nachrichten, Reinhold Retterer 22.9.2003)


TORQUATO TASSO
Schauspiel in fünf Aufzügen von Johann Wolfgang von Goethe

Sozialer Analphabet

Das Italien der Dichter? Tempi passati. Leonore Sanvitale zu Besuch auf dem Lustschloss Belriguardo des Herzogs von Ferrara, mag Videoclips von italienischen Schlagerstars jedenfalls lieber als Dichterverse. Mag sein, dass es bei ihrer Freundin Leonore von Este … anders ist. Sie nimmt der Besucherin die Fernbedienung aus der Hand und knipst den Clip aus. Denn bei den Este wird erstaunlich viel Aufhebens um eben diesen Tasso und um sein endlich zum Abschluss gebrachtes Werk gemacht. Nur legt Alfons, der Herzog, das Manuskript schnell zur Seite und niemand liest während des ganzen Stücks eine Zeile darin. Tasso ist ein arrivierter Künstler, ein sicherer Wert. Überregionale Aufmerksamkeit und Mehrung des Image ist dem Fürstenhause somit mit jedem seiner Werke garantiert. Nun gilt es einfach noch, die unsichere, menschenscheue Mimose zum umgänglichen Gesprächspartner zu erziehen – denn man will ja von dem unterhaltenen Künstler auch ein bisschen unterhalten sein.

In ihrer St. Galler Inszenierung zeigt die Regisseurin Isabella Gregor … wie Tasso an dieser Doppelrolle zerbricht. … erscheint der Dichter als ein kindliches Gemüt, das die Grammatik höfischer Hierarchie und die Spielregeln des mäzenatischen Tauschhandels nicht versteht. … Sein Gegenspieler, der Staatssekretär Antonio Montecationo ist nicht, wie so häufig eine banausische Bürokratenseele, sondern ein schlicht von Neid zerfressener, sich seiner Dynamik aber genau bewusster Karrierist. Den Konflikt der beiden macht die Regisseurin vom ersten Blickkontakt weg zum Kernstück ihrer Inszenierung und entwickelt ihn bis hin zu einigen psychologisch schlüssig herbeigeführten Entladungen, aber auch zu physischen Heftigkeiten, die eher modisch als zwingend erscheinen.
(NZZ, Tobias Hoffmann 17.1.2005)

Wortgewaltig und blumig

Alles in allem ein sehenswertes Stück und eine wunderbare Lektion wortgewaltiger, blumiger Sprache, wie Goethe sie zelebrierte …
(St. Galler Nachrichten, Elke Baliarda 20.1.2005)

Wie bringt man ein Stück, im 18. Jahrhundert von einem Dichterklassiker über einen geistesverwandten Dichterklassiker des 16. Jahrhunderts verfasst, ins 21. Jahrhundert? Wie können diese Figuren mit ihren marmorpolierten, hochkomplizierten Versen uns heute ins Gemüt reden? Sie reden, dies vorweg, zwar schnell und mal zu schnell, aber erstaunlich flüssig. Regisseurin Isabella Gregor vereinfacht Goethes Satzperioden durch radikale, doch stets musikalische Kürzungen, denen viel Bildungsstaub und Wortgirlanden schadlos zum Opfer fallen.

Im Anfang geschieht Unerhörtes. Diana Dengler, die leidende Prinzessin Leonore von Ferrara umkurvt im Rollstuhl einen Teich mit zwei als Eisskulpturen dastehenden Dichterköpfen. Am Rollstuhl montiert ist allerhand befremdliches Werkzeug, Bohrer und Hammer mit dem sie, noch ehe ein Wort gefallen ist, dem Dichter Vergil ein paar Ecken abschlägt. Bildhauerwerkzeug vielleicht – doch soviel Bild gewordene Aggression ist danach nie mehr, und nie mehr danach ist so viel Geheimnis. Regisseurin Gregor lässt Tragödie spielen, sie malt mit praller Farbe das Gemälde vom grandios glücklosen Dichtermann der aus der Unredlichkeit der Männer und an der Unerreichbarkeit der Frauen zerbricht.
(Tagblatt, Peter Surber 17.1.2005)


DIE ZAUBERFLÖTE
Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart

Es ist, Fazit first, eine bezaubernde Zauberflöte: Das szenische Geschehen (Inszenierung: Isabella Gregor) schnurrt temporeich und gut geölt ab … Ein Frischekick jeder Zauberflöten-Inszenierung ist natürlich der Papageno (Martin Achrainer): Auf dem Radl schickt ihn Gregor ins Zauberspiel, am Ende lässt sie ihm Kinderküken sonder Zahl angedeihen.
(Stefan Ender, Der Standard, 8.7.2014)                                                      

…. bringt die erfahrene Regisseurin und Schauspielerin das Kunststück zuwege, die Handlung einerseits traditionell genug zu erzählen, … andererseits aber das Ergebnis durch manch mit Bedacht hinzugefügte szenische Prise auch für Kenner zu würzen: eine für Klosterneuburg bestens passende Mischung.

Interessant etwa, wie die Königin der Nacht Tamino weniger mit Theaterdonner und Zauberkräften beeindruckt, als gleichsam mit den kalkuliert eingesetzten „Waffen einer Frau“ für sich gewinnt …, sich als schwach und hilfsbedürftig präsentiert. Und am Schluss helfen zwei Kinder die auch in Sarastros Multikulti-Gesellschaft verhärteten Fronten zwischen den Geschlechtern zu durchbrechen, Paare zu bilden – oder auch einige Dreierkonstellationen? Sogar die leicht adaptierten Dialoge bringt Gregor fast durchwegs auf den Punkt.
(Walter Weidringer, Die Presse, 10.7.2014)

Isabella Gregors Inszenierung erzählt klar strukturiert die Geschichte vom Kampf zweier Prinzipien: einerseits Sarastros vernunftbetonte und elitär-maskuline Priesterwelt, andererseits die Sphäre der emotional-femininen „sternflammenden Königin“.
(Kurier, 30.7.2014)

DIE ZAUBERFLÖTE  IN KLOSTERNEUBURG – EINE MODELL-AUFFÜHRUNG ZUM JUBILÄUM

eine Produktion von Isabella Gregor, die die Balance hält  zwischen dem Volksspiel-Märchen (Papageno+Co.) und der Aufklärungsoper („In diesen Heiligen Hallen“). Die Wienerin Gregor, die seit rund 10 Jahren in Deutschland und Österreich Berufserfahrungen gesammelt hat, schafft damit etwas, um das sie viele Operndirektoren oder Festspiel-Intendanten beneiden werden. Sie siedelt das Stück im „Fantasy-Land“ zwischen der Entstehungszeit durch Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder und der Gegenwart an; die Welt von „Isis und Osiris“ wird aus der Rückblende der Freimaurer geschildert. Spannend!
(Peter Dusek, Der neue Merker, 6.7. 2014)


PACLIACCI / CAVALLERIA RUSTICANA
Oper in einem Akt von Pietro Mascagni

Cavalleria Rusticana: … Die große Stefania Toczyska komplettiert das Ensemble in der kleinen Rolle der Mutter. Nach dem Abschied von ihr ist Turiddu so allein, wie ein Mensch nur sein kann. Unnahbar und kalt blinken die Sterne. Hat Regisseurin Isabella Gregor die Natur miteinkalkuliert? Es funktioniert jedenfalls glänzend.

Im „Bajazzo“ entfesselt sie dann einen veritablen Bühnenzauber – und doch sind es ihre psychologischen Details, die am meisten einnehmen. Etwa, wie sich Clemens Unterreiner als Tonio vom tumben rad- und trommelschlagenden Komödianten zum Intrigendämon entwickelt; oder, wie Eugenia Dushina als Nedda weniger um Liebe als um Selbstachtung kämpft – das ist großartig!

Die herrliche Atmosphäre einer Freiluftaufführung verbindet sich mit musikalischer Qualität auf internationalem Niveau!
(Edwin Baumgartner, Opernkritik: Italienische Eifersüchte, Wiener Zeitung Online, 11.07.2016)

Zirkus der Leidenschaften

Bei I Pagliacci gelingt es Regisseurin Isabella Gregor, Leben und wirbelnde Zirkusbuntheit in die Unternehmung zu bringen. Allgemeine Begeisterung in der lauen Premierennacht.
(Stefan Ender, Der Standard, 11.7.2016)